Camino Fisterra (2019)

20190606 150319 1024x498

Die ganze Nacht hindurch hatte uns der Regen vorm Fenster schon immer wieder um den Schlaf gebracht, und auch nach dem Aufstehen wollte der Blick nach draußen leider nichts Gutes verheißen. Dauerregen und kühle Temperaturen. Na, das konnte ja was werden und auch Eric's Fuß war noch immer nicht wieder vollständig genesen. Aber, was so ein echter Pilger ist, dem schreckt so schnell nichts ab. Also mutig den Rucksack gepackt, Regensachen an, noch eine Ibo 400, ausgecheckt und dann erstmal los in den Nachbarort Corcubion zum Frühstücken. Schon der Weg dorthin entlang der Hafenpromenade machte jedoch klar: Trocken bleibt heute nix. Hinzu kamen heftige Sturmböen, die sich im Laufe des Tages noch in einen richtigen Sturm verwandeln sollten: "Apokalypse now". Nach dem Frühstück ging es dann auf die letzten 12 km bis in den Ort Finisterre. Eine kurze Pause gönnten wir Eric und seinem schmerzenden Fuß noch bei einem Pilgerbier am tosendem Atlantik. Wir erreichten den Küstenort Finisterre  gegen 14.30h. Ein schönes historisches Fischerstädtchen mit Charme. Nun ging es an den Endspurt. Die letzten 3 km rauf zum Leuchtturm am Cap Finisterre. Auf halber Strecke steht dort die berühmte Pilgerstatue. Doch an ein Foto war nicht zu denken. Das Handy wäre uns einfach aus der Hand geflogen und für immer im Ozean ertrunken. Dann aber endlich: Der 0,000 km - Stein! Wir haben es geschafft und als ob der liebe Gott unseren beschwerlichen Weg hier her doch noch lobend honorieren wollte, riss die Wolkendecke auf und erlaubte uns einen atemberaubenden Blick vom "Ende der Welt" auf den weiten Atlantik. Schnell ein paar Erinnerungsfotos gemacht und dann völlig nass und durchgefroren zurück in den Ort. Zur Feier des Tages gönnten wir uns ein sehr schönes Hotel und ein leckeres Abendmenü mit Fisch, Paella und Wein. Morgen geht es mit dem Bus zurück nach Santiago, wo der gute Caddy hoffentlich brav auf uns gewartet hat. Bon Camino & Euch allen Gute Nacht.

20190604 151003 1024x498

Um 10:00 Uhr machten wir uns auf ins ca. 20 km entfernte Cee. Jeder Schritt tat mir weh. Nach gut 3 km erreichten wir das erste Cafe Bar O Logoso. An dieser Stelle musste ich mich entscheiden. Weitergehen oder hier und jetzt abbrechen. Die Vernunft siegte. Ich verabschiedete mich von Tina und nahm ein Taxi ins 17 km entfernte Cee. Dort angekommen checkte ich in einem 2* Hotel ein und behandelte meine Wunde. Ein sogenanntes Beutelmesser schweizer Art nahm ich dabei zu Hilfe. Auf weitere Einzelheiten verzichte ich an dieser Stelle. Anschließend suchte ich das nächstgelegene Cafe auf und gönnte mir ein, zwei Pilgerbiere. Ein netter zweistündiger Plausch mit einem schweizer Pilger Stefan (35) war eine sehr gute Ablenkung. An dieser Stelle mache ich für heute Schluss, und gebe weiter an Tina...

Hola! Nachdem Eric ins Taxi gestiegen war, ging es für mich allein zu Fuß weiter. Etwas mulmig und komisch war das schon. Aber, die ersten 7-8 km waren landschaftlich sehr schön und gut zu bewerkstelligen. Die erste Pause machte ich nach ca. 1,5 h an einer kleinen Kirche mit Picknick-Stelle. Danach folgte leider ein Streckenabschnitt mit sehr unebenen Boden. Jeder Schritt war auch durch die dicken Schuhsohlen gut zu spüren. Etwa 5 km vor dem heutigen Zielort Cee kam endlich das Meer in Sicht. Ein echter Lichtblick, denn inzwischen hatte es zwischendurch auch hier und da wieder zu Nieseln angefangen und meine Füße freuten sich darauf, endlich ans Ziel zu kommen. Denn auch ich lief inzwischen auf je einer Blase. Bevor ich den Ort erreichte, musste nochmal ein sehr steiler Abstieg bewerkstelligt werden. Endlich unten angekommen, bin ich Eric's Tradition gefolgt und habe mir im erstbesten Cafe Cafe - Bar Casa Talieiro etwa 2 km vor dem Ziel ein wohlverdientes Pilgerbier gegönnt. Heil froh erreichte ich gegen 15.30h dann ebenfalls unser Hotelzimmer. Wir haben uns hier nun in der Apotheke mit allem Nötigen eingedeckt und gönnen unseren Füßen morgen einen Tag Pause hier in Cee.

20190603 180538 1024x498

Um 9.15 Uhr starteten wir unsere zweite Etappe nach Olveiroa. Anfangs führte der Weg durch viel bewaldetes Gebiet. Wir wanderten weiter auf dem Vilaserio, eine alternative Route ohne Asphalt und Verkehr. Nach gut 20 km erreichten wir die Casa Pepa in Santa Marina. Es gab zwei Omelettes und zwei Pilgerbiere. Weitere 13 km warten auf uns. Tina schreit: "Juhu!". Nein, unsere Füße streiken, werden den Rest der Strecke ruhig angehen. Es war heute sehr bewölkt, ein bisschen Dauerregen bis 14.00 Uhr war unser Begleiter. Jetzt, um 21.30 Uhr komme ich dazu, weiter zu schreiben. Unser heutiges Tagesziel erreichten wir um 20.15 Uhr. Die Füße/Beine, schwer wie Blei. Nun gönnen wir uns eine kleine Mahlzeit, es gibt Omelett, Salat mit Fisch und Pommes in der Casa Lancho. Morgen geht's weiter ins 20 km entfernte Cee an der Atlantikküste. Ob wir es bis Finisterre schaffen, ist offen. ;) wir sagen erstmal Gute Nacht, Buenas Noches.

20190602 144115 1024x499

Am 29.05.19 ging es los. Mit dem Minicamper machten wir uns auf den Weg Richtung Santiago de Compostella. Der Weg führte uns durch Holland, Belgien und Frankreich nach Spanien. Der erste Stopp nach gut 800 km war Paris. Zwei Nächte verbrachten wir auf dem Campingplatz direkt an der Seine. Am 30.05.19 erkundeten wir Paris mit dem Fahrrad. Auf dem Programm standen der Triumphbogen und der Eiffelturm. Am 31.05.19 ging es weitere 800 km Richtung Spanien. Ein Campingplatz in den Pyrenäen war schnell gefunden. Eine sagenhaft schöne Landschaft erwartete uns mit dem Auto am kommenden Tag auf dem Weg Richtung Santiago de Compostella. Leider haben wir die Strecke über Bilbao wegen angesagter Staus nicht genommen. Nach gut 700 km erreichten wir endlich das Ziel. Der Campingplatz in Santiago de Compostella war solala, können dafür den Camper für die Zeit unserer Wanderung dort kostenfrei stehen lassen. Nachdem wir gestern unseren Camper bepackt und abgestellt hatten, liefen wir zunächst zur Kathedrale. Von dort aus starteten wir unseren Camino Finisterre gegen 11.00 Uhr. Die erste Etappe führte uns ins 21.6 km entfernte Negreira. In der Casa de Xantar stärkten wir uns mit frittierten Calamaris, Hamburger und Käse Baguette. Der Weg führte zunächst über kleinere Ortschaften mit vielen Waldgebieten. Ein langer ca. 3,5 km Anstieg brachte mich ganz schön aus der Puste. Um 18.30 Uhr erreichten wir gestern das Ziel. Völlig erledigt gingen wir früh schlafen. Mein rechter Fuß schmerzt, gehen gleich frühstücken und schauen, wie weit wir kommen. Unser heutiges Ziel ist das 33,0 km entfernte Olveiroa. Es regnet. Bis später.

20190527 222054 1024x498

Ola, die Wanderausrüstung habe ich gestern Abend noch schnell ausgebreitet. Sie, also die Ausrüstung gem. damaliger Packliste wartet dann heute auf fachgerechte Verstauung, teilweise in Zipplockbeuteln.

Es geht mit dem Minicamper nach Spanien und der Weg führt uns zunächst nach Paris. Wir werden berichten... ;)

Für heute sage ich erstmal Tschüss. Viele Grüße aus dem Zug von Hildesheim nach Oldenburg in die virtuelle Welt hinaus.

... oder #EinenTraumWiederbelebt #EsBleibtSpannend

walk bike fin muxia LI 1024x459
 

Als Verlängerung des Camino Portugues möchten wir im Mai kommenden Jahres den Camino Fisterra von Santiago nach Finisterre und evtl. weiter nach Muxia bestreiten. Die Strecke beträgt bis Finisterre 85 Kilometer bei drei Wanderetappen bzw. 113 Kilometer bei vier Wanderetappen bis Muxia. Der höchste Höhenmeter beträgt 418m auf der Strecke Negreira - Olveiroa.

Der landschaftlich sehr lohnende Weg führt in drei Wanderetappen über einen schönen Weg raus aus der geschäftigen Stadt Santiago de Compostella hinein in das galicische Hügelland und schließlich entlang der Atlantikküste zum berühmten Leuchtturm am sogenannten „Ende der Welt“. Das Highlight der Tour wartet hier erst noch: der Sonnenuntergang am Kap Finisterre.

(Quelle: https://www.abenteuerwege.de/)

 

01. Santiago - Negreira 21.6 km 272 m Link
       
02. Negreira - Olveiroa 33.0 km 418 m Link
       
03. Olveiroa - Finisterre 30.7 km 374 m Link
       
04. Finisterre - Muxia 28.0 km 139.5 m Link
       
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok